Das TomTom GO 500 im Test

Das klassische Navigationsgerät hat bei mir eigentlich schon lange ausgedient. Genervt vom Navi-Bildschirm, der immer in der Frontscheibe hängt und den Blick auf die Straße einschränkt. Oder man hat es bei spontanen Fahrten doch nicht dabei, weil man es aus Diebstahlschutz-Gründen nicht immer im Auto liegen lassen möchte. Glücklicherweise sind die modernen Smartphones inzwischen mit GPS-Empfängern ausgestattet, sodass ich heute eigentlich nur noch mein iPhone zur Navigation nutze. Nichtsdestotrotz habe ich mich ohne zu zögern gemeldet, als TomTom fragte, ob ich nicht das neue TomTom GO 500 testen wollen würde. Im weitesten Sinne ist es ein herkömmliches Navigationsgerät, das ebenso an der Frontscheibe befestigt werden will, aber bei genauer Betrachtung unterscheidet es sich in vielen Dingen von den alten TomTom-Geräten, die ich bisher kannte. Denn auch das möchte ich vorweg schieben: Bisher hatte ich von TomTom-Navis ehrlich gesagt keine allzu gute Meinung. Gerade was die Darstellung der Karten und Fahrthinweise fand ich sie immer unübersichtlich und denen des Mitbewerbers Navigon weit unterlegen. Bisher…

TomTom GO 500 Vergleich iPhone 5

Die Hardware

Nimmt man das TomTom GO 500 aus der Verpackung, fällt der große Bildschirm ins Auge. Mit Abmessungen von 145 x 90 cm und einer Bildschirmdiagonale von 13 cm ist es nicht nur etwas länger als etwas das iPhone 5, sondern auch ein gutes Stück höher. Das ist natürlich super, da mehr Kartendetails oder ähnliche Informationen auf dem Bildschirm dargestellt werden können, aber liefert leider auch einen kleinen Nachteil: Das Scheinwerferlicht anderer Autos spiegelt sich auf dem Glossy-Display, was die Lesbarkeit einschränkt und bei Nachtfahrten allgemein ein wenig störend ist. Das Touch-Display funktioniert hingegen einwandfrei, genau wie man es von modernen Smartphones gewöhnt ist und ohne, dass man wie wild mit dem Fingernagel darauf herumdrücken muss.

Erfreulicherweise hat TomTom auch den Befestigungsmechanismus inzwischen grundlegend überarbeitet. Vorbei die Zeiten, in denen man sich mit dem Ring, in den das Gerät eingepresst werden musste, halb umgebracht hatte. Das TomTom GO 500 wird einfach in die Halterung gestellt und nach hinten gekippt – fertig. Genauso funktioniert das Herausnehmen, ganz einfach und trotzdem stabil.

Die Software

Kommen wir aber zum wichtigsten Teil eines Navigationsgerätes: der Software. Ohne die kann das Gerät noch so schön verarbeitet sein, wenn es einen nicht zuverlässig von A nach B bringt. Auch hier haben die TomTom-Entwickler ordentlich gearbeitet. Im Gegensatz zu den TomTom-Navis, die ich bisher kannte, wirkt die Oberfläche des GO 500 aufgeräumt und klar. Die Bedienung erfolgt über die vom Computer und Smartphone gewohnte QWERTZ-Tastatur. Ziele müssen nicht umständlich in einzelnen Schritten nach Stadt – Straße – Hausnummer eingegeben werden, sondern können, ähnlich wie bei Google Maps, einfach nach dem Muster Straße Hausnummer, Stadt ausgewählt werden. Unterstützt wird man dabei außerdem von einer Autovervollständigung, die automatisch Ziele vorschlägt, die mit dem eingegebenen Text übereinstimmen.

TomTom GO 500 Tastatur

Bevor die Routenführung gestartet wird, erhält man dann erstmal eine Übersicht über die Route, auf der alle Informationen zur gewählten Strecke angezeigt werden. In der „Navigationsleiste“ findet man dann Informationen zur Verkehrslage oder Radarkameras, um sich schon frühzeitig darauf einstellen zu können. Dafür nötig ist wiederum TomTom Traffic, das jedoch beim Kauf des TomTom GO 500 (Geräte-)lebenslang dabei ist. Inzwischen warnt TomTom Traffic übrigens auch vor nahenden Stauenden.

Besonders interessant finde ich dabei, dass die TomTom-Traffic-Informationen nicht mehr nur über den TMC-Kanal der Radiosender übertragen werden – zu klein ist das Spektrum der übertragbaren Daten. Deshalb kann man das GO 500 über Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und über die Tethering-Funktion („Personal Hotspot“) auf die Internetverbindung des Smartphones zugreifen, um immer die aktuellen Verkehrsinformationen in die Routenplanung integrieren zu können. Mit dem iPhone hat das auch wunderbar funktioniert und falls irgendwo mal doch keine Internetverbindung möglich sein sollte, gibt es eben TMC doch noch als Notfalllösung.

TomTom GO 500 Zielauswahl

Ein weiteres praktisches Feature am Rande: Das TomTom GO 500 kommt im Lieferumfang nicht nur mit dem obligatorischen 12V-Kabel für den Zigarettenanzünder, sondern auch mit einem USB-Kabel. Darüber kann es einerseits mit dem Computer verbunden werden, um Softwareupdates und die quartalsweise erscheinenden Kartenupdates herunterzuladen. Andererseits lässt es sich nämlich über das USB-Kabel auch aufladen, etwa falls im Auto gar kein 12V-, sondern nur noch ein USB-Anschluss verfügbar sein sollte.

Fazit

Das TomTom GO 500 hat meine Sicht auf TomTom-Geräte komplett verändert. Nicht nur, dass ich von TomTom Traffic extrem begeistert bin, auch die neue Kartendarstellung finde ich wesentlich besser und übersichtlicher als früher. Die 3D-Kartendarstellung ist meiner Meinung nach eine Spielerei, auf die ich auch verzichten könnte. Aber es funktioniert, zumindest in Großstädten. Persönlich würde ich mir das TomTom GO 500 vermutlich nicht zulegen, aber nur, weil ich die herkömmlichen Navigationsgeräte im Auto einfach nicht mag. Trotzdem ist das GO 500 ein Top-Gerät, das z.B. bei Amazon für 179 Euro angeboten wird. Wer auf der Suche nach einem hochwertigen Navigationsgerät für sein Auto ist, dem kann ich es also nur empfehlen.

Weitere Testberichte zum TomTom GO 500 findet ihr etwa auch bei Milos, der es unter die Trendlupe nahm. Oli, Der Autoblogger, hatte hingegen mit ein paar Eigenheiten des TomTom-Systems zu kämpfen. Und Camillo hat sich auf der #blau9cent-Tour gerade vom GO 500 durch halb Europa führen lassen.

Noch ein paar weitere Fotos vom TomTom GO 500