Critical Mass Hamburg: Mehr als nur eine Fahrradtour

Nicht nur Autos sind Verkehrsteilnehmer, auch Fahrräder. Wie der ein oder andere Leser vielleicht schon mitbekommen hat, bin ich nicht nur Auto-, sondern auch Fahrrad-begeistert und aktuell vor allem auf dem Fixie/ Fixed Gear-Trip. Als ich Donnerstag Abend mal ein wenig nach der Hamburger Fixie-Szene googelte, habe ich zufällig von der „Critical Mass“ gelesen. Jeden letzten Freitag im Monat treffen sich Hamburger Fahrradfahrer und machen eine gemeinsame „Fahrradtour“ durch Hamburg. Der Name Critical Mass leitet sich vom § 27 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung ab: Demnach sind mindestens 15 Fahrradfahrer ein Verband und dürfen nebeneinander auf der Straße fahren ist ein Zitat aus einem Dokumentarfilm Anfang der 90er Jahre, bei dem das Auftreten von genügend Fahrradfahrern im Straßenverkehr beobachtet wurde, denen sich der Autoverkehr unterordnen musste – und nicht umgekehrt. Ursprünglich kommt die Critical Mass-Bewegung aus San Francisco, wo für mehr Aufmerksamkeit gegenüber Fahrradfahrern gekämpft wurde (danke an den Hinweis aus den Kommentaren). In Hamburg ist das ganze aber keine politische Demo, sondern vielmehr einfach eine „Fahrradtour“. Schon im Juni hatte ich unbewusst die Critical Mass vom Büro aus beobachten können und so war für mich diesmal spontan klar: „Da musst du dabei sein!“

Critical Mass Hamburg Juli 2013 Wandsbek

Gesagt, getan – direkt nach der Arbeit ging es also am Freitag Abend zum Treffpunkt, der im Laufe des Tages bei Facebook bekannt gegeben wurde. Der Platz vor dem Planetarium im Hamburger Stadtpark entpuppte sich als gerade so groß genug, denn ich war wahrlich nicht alleine: Über 3000 Fahrradfahrer wurden zwischenzeitlich gezählt! Und die Gruppe war wirklich extrem bunt gemischt, egal ob Mann oder Frau, alt oder jung (selbst einige Kinder fuhren mit) waren mit ihren Fixies, Mountainbikes, Tandems oder sogar Stadträdern (das Hamburger Fahrrad-Sharing) dabei.

Critical Mass Hamburg Juli 2013 Bike Up Stadtpark Planetarium

Nach dem einleitenden „Bike-Up“, bei dem (fast) alle Teilnehmer ihr Fahrrad über die Köpfe heben – Fahrer von leichten Rennmaschinen sind leicht bevorteilt 😉 – ging es auch schon los. Wichtiger Hinweis: Kreuzungen sollten möglichst „gecorked“ werden, also ein paar Teilnehmer stellen sich mit ihren Fahrrädern auf die Kreuzung, um querenden Autos die Durchfahrt zu versperren. Nicht, um die Autofahrer mutwillig zu verärgern, sondern der Sicherheit wegen. Denn es macht weder für den Autofahrer, noch für die Fahrradfahrer Spaß, wenn sich ein Auto durch mehrere Tausend Fahrräder drängeln will. Zumal es nach der StVO sowieso nicht erlaubt ist, da die Critical Mass ja einen Verbund darstellt.

Critical Mass Hamburg Juli 2013 On Tour

Obwohl es keine Demonstration ist, ist auch die Rennleitung schnell mit dabei. Streifenwagen sichern von vorne und von hinten das Teilnehmerfeld ab, zusätzlich blockieren die Polizisten auch die größeren Kreuzungen – wegen der Sicherheit. Und hier kann man wohl nur lobende Worte loswerden, auch was ich von anderen Teilnehmern gehört habe, die schon öfters dabei waren.

Critical Mass Hamburg Juli 2013 Polizei Absicherung

Leider hatte die gestrige Critical Mass zumindest für mich ein jähes Ende und wurde eher zur Critical Nass, der Wettergott war uns leider nicht ganz so wohlgesonnen und ohne Regenjacke mit Laptop und Co auf dem Rücken macht es ja dann auch keinen Spaß… Während ich auf das Ende des Regens gewartet habe, habe ich aber mal die etwas härter gesottenen Teilnehmer gefilmt, ein paar am Anfang sind leider schon durchgerutscht – trotzdem noch mal extrem beeindruckend zu sehen, wie viele dabei waren!

Schade, dass die nächste Critical Mass erst wieder in fünf Wochen stattfinden wird, wenn es passt, werde ich dann aber auf jeden Fall wieder mit dabei sein!

War jemand von euch schon mal bei einer Critical Mass dabei – oder sogar gestern in Hamburg?

Noch mehr Bilder gibts in der nachfolgenden Bildergalerie – oder im Artikel des Critical Mass-Blogs:

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

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    • Danke für den Hinweis. War mir so nicht bewusst – die Ableitung aus der StVO war aber auch zu plausibel. 😉 Habe das ganze jetzt im Artikel aktualisiert!