Portables HUD: Head-up Display zum Nachrüsten von Garmin

Vor gar nicht so langer Zeit wurden sie von den Fans der ARAL-Straßenkarten noch müde belächelt, heute sind sie aus dem Straßenverkehr gar nicht mehr wegzudenken: Navigationssysteme. Kaum jemand fährt noch von A nach B, ohne sich von „Susi“, Homer oder Siri leiten zu lassen. Obwohl sie uns aber im Alltag so viel mehr Komfort bieten, sind sie immer noch ein potentielles Sicherheitsrisiko, wenn man den Blick von der Straße auf den Bildschirm des Navis gleiten lässt. Abhilfe schaffen da nur die sogenannten Head-up Displays (HUD), die jedoch bisher nur in Fahrzeugen mit teuren festeingebauten Navigationssystemen verfügbar waren. Bisher, denn Garmin, die Firma hinter der populären Navigationsmarke Navigon, hat nun ein portables Head-up Display angekündigt.

Garmin Portable Head-up Display HUD

Über Bluetooth werden die Routeninformationen von der Navigon- oder der Garmin StreetPilot-App vom dem Smartphone auf das externe Display übertragen. Das muss einfach vor die Frontscheibe vor dem Fahrer gelegt werden und schon hat man die Hinweise des Navis direkt im Blickfeld. Laut Garmin soll das Gerät auch recht einfach im Auto installiert werden können: Entweder klebt man eine transparente, aber reflektierende Folie an die Windschutzscheibe, oder man nutzt die kleine Scheibe, die man aus dem HUD klappen kann. Letzteres ist wohl vor allem für diejenigen sinnvoll, die häufig verschiedene Fahrzeuge fahren.

Dann sieht man auf dem HUD Abbiege- und Spurhinweise, die eigene Geschwindigkeit und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit sowie die Ankunftszeit. Auch vor Staus und Blitzern warnt das HUD (wenn die Funktion in der App gekauft wurde). Wie auch schon bisher, kann die Garmin- oder Navigon-App natürlich auch weiterhin parallel die Audiohinweise direkt über das Smartphone oder komfortabler über die Bluetooth-Verbindung zum Autoradio abspielen. Apropos Smartphone: Das Garmin HUD wird sowohl mit dem iPhone als auch mit Android- und Windows Phone 8-Geräten kompatibel sein.

Ab Sommer wird das Garmin HUD für knapp 130 US-Dollar – der Euro-Preis steht wohl noch nicht fest. Neben dem offensichtlichen Vorteil, die Informationen direkt im Blickfeld haben, gibt es natürlich noch den weiteren Vorteil, dass man sein Handy nicht mehr an der Scheibe befestigen muss, sondern einfach irgendwo in der Mittelkonsole liegen lassen kann. Andererseits hat man auf längeren Strecken nun auch zwei Geräte zu laden, denn die ständige GPS-Ortung wird den Akku des Smartphones auch bei ausgeschaltetem Display ordentlich leer saugen. Und überhaupt: noch mehr Kabel im Auto? Nach anfänglicher Begeisterung über die Idee, bin ich inzwischen ein wenig skeptisch. Ich werde aber versuchen, das Gerät für euch mal einem Test zu unterziehen!

Foto: Garmin