Fahrbericht Jaguar F-Type: Britische Wildkatze oben ohne

Dieser Blog ist ja bekanntlich auf Autos für junge Leute und Studenten ausgerichtet, sprich auf Autos, die man sich auch mit eher beschränktem Budget leisten kann. Das heißt aber doch nicht, dass es nicht auch um Autos gehen darf, von denen junge Leute und Studenten träumen dürfen, oder? 😉 Frei nach diesem Motto hatte ich vor einer Woche die Möglichkeit, den neuen Jaguar F-Type hautnah zu erleben. Hier im Blog war er schon kurz im Werbe-Actionfilm „Desire“ zu sehen, aber wenn er so vor einem steht, ist das dann doch ein ganz anderer Eindruck. Aber auch nicht anders, als ihn (demnächst) auf der Düsseldorfer Königsallee oder dem Hamburger Jungfernstieg zu sehen. Der eigentliche Glücksmoment trat dann aber ein, als ich den Schlüssel in die Hand gedrückt bekam und selbst und ganz alleine in den neuen britischen Sport-Roadster mit den bedeutenden Genen einsteigen durfte.

Jaguar F-Type V6 S

„Der Jaguar F-Type wurde nicht mit dem Ziel entwickelt, ein Porsche-Jäger zu sein. Der Jaguar F-Type musste einfach kreiert werden.“ Mit diesen pompösen Worten leitete einer der Jaguar-Mitarbeitern die Fahrveranstaltung ein. Trotz knapp 50 Jahren Altersunterschied wird der legendäre E-Type wird natürlich als Vorgänger des F-Type gesehen, letzterer soll in die großen Fußstapfen des Vorbilds treten. Die bis zu 20 Zoll großen Leichtmetallfelgen, auf denen der Roadster steht, bieten dafür bereits eine gute Grundlage.

Jaguar F-Type V8 S und V6 S

Zur Auswahl im Fuhrpark standen die drei verschiedenen Motorisierungen: zwei aufgeladene 3.0 Liter V6 mit 340 PS oder 380 PS (S-Modell) und ein 5.0 Liter V8 mit 495 PS. Spritsparen ist inzwischen natürlich auch im Sportwagen-Segment angekommen, weshalb auch der F-Type über eine serienmäßige Start-Stopp-Automatik verfügt. Wobei das fast etwas schade ist, wenn im Stand das Fauchen der Wildkatze plötzlich verstummt. Dank der Klappensteuerung kann man sie jedoch auch ein bisschen zähmen, die schlafenden Nachbarn am Sonntag Morgen werden es einem sicherlich danken. Überhaupt konnte ich mich nach den paar Stunden die wir nur miteinander hatten, nicht wirklich entscheiden, ob ich nun den Klang des V6 S oder des V8 schöner fand. Bei Fabian von Asphaltfrage könnt ihr neben dem wie immer lesenswerten Artikel auch gleich ein paar „Soundbites“ vom F-Type anhören.

Jaguar F-Type V8 S und V6 S

Vom Design her jedoch gefällt mir der V8 ein wenig besser. Während die Front weitgehend identisch ist, wirkt das Heck des Jaguar F-Type V8 S jedoch einerseits harmonischer durch die vier Endrohre, die sich um den Diffusor verteilen, andererseits aber auch wesentlich aggressiver und passt zu solch einem Geschoss noch besser. Schließlich muss man ja auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen – falls man davon bei einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h beim Überholen auf der Autobahn überhaupt noch etwas mitbekommt. Trotz des recht hohen Gewichts von knapp 1,6 Tonnen fand ich den F-Type alles andere als behäbig, obwohl man ihm beim Slalomfahren das Gewicht doch angemerkt hat. Aber gerade beim Ampelsprint in der Stadt sollte man sehr aufpassen, wie weit man das Gaspedal durchdrückt, denn ehe man sich versieht hat die Tachonadel den dreistelligen Bereich erreicht (die 100 km/h Marke fällt nach 4,3 Sekunden), was das eigene Punktekonto in Flensburg eher weniger lustig findet.

Im Innenraum selbst sticht natürlich sofort der zusätzliche Haltegriff für den Beifahrer ins Auge – je nach Fahrstil des Fahrers sicherlich ein praktisches Feature für alle eher Zartbesaiteten. Obwohl die bereits serienmäßig elektrisch verstellbaren Sitze bereits genügend Halt bieten, auch bei der schon angesprochenen Slalomfahrt. Auf der Mittelkonsole prangt ein großer TFT-Touchscreen, über den natürlich das Radio bedient, aber auch z.B. individuelle Fahrwerks-Einstellungen gemacht werden können. Ähnlich wie die ungewöhnlichen Türgriffe, die sich automatisch aus- und einklappen um eine noch aerodynamischere Außenhaut zu schaffen, gibt es auch für das Öffnen des Handschuhfachs eine ausgefallene Methode: Statt des üblichen Hebelgriffs öffnet sich die Klappe im Beifahrerfußraum erst nach betätigen eines Druckknopfes. Trotz aller Sportlichkeit wurde übrigens nicht auf praktische Features verzichtet: Im Mitteltunnel verstecken sich unter einem Klappdeckel hinter dem Automatik-Wählhebel zwei Becherhalter, in die sicherlich auch zwei 1L-Flaschen hereinpassen sollten.

Jaguar F-Type Innenraum Cockpit Interieur

Leider hatten wir nicht den ganzen Nachmittag Glück mit dem Wetter. Zwar schrecken den hartgesottenen Cabrio-Fahrer auch Regen und Schnee nicht ab („Wir müssen nur schneller als 80 km/h fahren, dann werden wir nicht nass“), aber andererseits ist das Stoffverdeck auch hübsch anzusehen. Und bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h lässt es sich auch während der Fahrt öffnen oder schließen, man muss also nicht mal anhalten, um nach dem Regenschauer wieder Frischluft genießen zu können. Dies konnte ich gemeinsam mit Fabian von Autophorie und Stefan von veight, mit denen wir auch ein paar Fahr-Impressionen im Video festgehalten haben:

Außerdem dabei waren auch Sebastian von passion:driving, Teymur (u.a. mit tollen Fotos), Kai Bösel von motoso und last but not least Jens von rad-ab und Jan von Auto-Geil, die mal wieder auf Ausfahrt.tv ein tolles Video produziert haben.

Noch mehr Impressionen in der folgenden Bilder-Galerie: