Audi Jahrespressekonferenz 2013: Rückblick auf ein Rekordjahr

Pressekonferenzen stehen ja ein bisschen im Verruf, dröge und langweilig zu sein. Das ist auch in der Regel so, aber darum geht es bei einer solchen Veranstaltung auch gar nicht. Informationen sollen vermittelt werden, kurz und bündig. So auch bei der diesjährigen Jahrespressekonferenz von Audi in Ingolstadt. Der Vorstand blickte zurück auf ein erfolgreiches Jahr (so viel sei schon mal vorweg genommen). Ich möchte in diesem Artikel nicht einfach nur die Zahlen wiedergeben, wen dies interessiert, der kann sich auch selbst den Geschäftsbericht 2012 im Internet durchlesen. Vielmehr möchte ich auf einige Fakten aus der Rede des Audi-Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler eingehen, die ich nebenbei aufgeschnappt habe und interessant fand.

Jahrespressekonferenz 2013

Wie schon erwähnt, darf Audi stolz auf ein erfolgreiches Jahr 2012 sein. Mehr als 1,45 Millionen Autos mit den vier Ringen wurden verkauft, dass sind nicht nur 152.000 mehr als 2011, sondern auch fast doppelt so viel wie noch vor 10 Jahren. Und trotz der schlechten Wirtschaftslage ist Audi in allen Weltregionen gewachsen. Vor allem in Russland, wo man das Volumen um 44 Prozent auf 33.500 verkaufte Fahrzeuge erhöhen konnte. Und in Deutschland stellte man einen neuen Verkaufsrekord auf, was gleichbedeutend mit der Übernahme der Spitzenposition im Premiumsegment war. Die Zahlen für China stellen absolut mal wieder alles andere in den Schatten: Über 400.000 Einheiten wurden dort verkauft. Zum Vergleich: 1995 verkaufte Audi genauso viele Autos – allerdings weltweit!

Der Grundstein für diesen neuen Absatzrekord wurde durch den Ausbau der Modellpalette gelegt. Der Audi A3 als Volumenmodell war die wichtigste Neuheit 2012 aus Ingolstädter Sicht. Aber auch neue S-Modelle wie Audi S6, S7 und S8 kamen dazu. Nicht zu vergessen der Audi A8 als Hybrid-Variante, der dem Q5 hybrid und dem A6 hybrid in Audis Angebot der Vollhybride folgte.

Jahrespressekonferenz 2013

Apropos Hybrid: Für Audi ist gerade der Plugin-Hybrid mehr als nur eine Übergangslösung, wie Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer auf Frage eines Presse-Kollegen bekräftigt hat. Mit dem Audi A3 e-tron hat man ja eben erst auf dem Genfer Automobilsalon ein neues Konzeptfahrzeug vorgestellt. Denn aus Audis Sicht wird die Frage der zukünftigen Antriebe vor allem über die Reichweite entschieden. Daher stellt der Plugin-Hybrid in ihren Augen das derzeit beste Konzept dar: Für kurze Strecken der verbrauchsarme und umweltfreundliche Elektromotor und für Langstrecken kann man dann auf den immer noch recht sparsamen, aber vor allem reichweitenstarken Benzinmotor zurückgreifen.
Ein Einsatz der Brennstoffzelle ist im übrigen derzeit nicht geplant (wenn auch wohl daran geforscht wird). Dürheimer sieht ihren Einsatz wohl eher im stationären Bereich (z.B. in Häusern) als in mobilen Fahrzeugen.

Um Verkaufsrekorde feiern zu können, müssen die Autos natürlich auch erstmal verkauft werden und dafür braucht es einen Ort. Der Verkauf über das Internet scheint für die Marke mit den vier Ringen noch keine Rolle zu spielen, derzeit wird vor allem in das neue Vertriebsformat „Audi City“ investiert. Ein stylischer Showroom, in dem über eine riesige Leinwand („Powerwall“) die gesamte Modellpalette mit allen Farben und Ausstattungslinien konfiguriert und schließlich auch gekauft/ bestellt werden kann. Nach Peking soll noch Ende diesen Jahres in Berlin eine weitere „Audi City“ eröffnet werden.

Zum Schluss doch noch zwei Zahlen, die mich während der Pressekonferenz haben aufhorchen lassen: In China will Audi sein Händlernetz bis 2017 auf über 500 Filialen ausbauen. Das benötigt natürlich auch geschultes Personal und zu diesem Zweck bildet Audi allein in diesem Jahr vor Ort mehr als 6000 neue Verkaufs- und Servicemitarbeiter aus. Zusammen mit der Fortbildung der bereits angestellten Mitarbeiter erhält so jeder chinesische Audi-Angestellte durchschnittliche 13 Tage Aus- oder Weiterbildung. Ganz schöne Summen, die Audi in die Ausbildung investiert, oder? Und auch das duale Studium scheint sich für Audi bewährt zu haben. Nicht nur, dass man hierzulande 750 neue Azubis und duale Studenten eingestellt hat, man exportiert das Prinzip auch nach Ungarn, Brüssel, Mexiko und (natürlich) China.

Das ist jetzt ein ganz schön langer Artikel geworden, aber es waren nur die (für mich) interessantesten Punkte aus der Audi-Pressekonferenz. Zum Vergleich: Die Reden von Rupert Stadler (Vorstandsvorsitzender) und Axel Strotbek (Finanzvorstand) sind auf ganzen 24 DIN A4-Seiten abgedruckt. 😉 Mehr über die Pressekonferenz gibt es bei Milos, Jan und Jens, die ihrerseits noch mal die für sie spannendsten Themen verbloggt haben. Klickt doch mal rüber. 🙂

Fotos: Audi AG bei Flickr