Bastelstunde: Tempomat im VW Polo 9N nachrüsten

Seit ein paar Monaten bin ich ja nun stolzer Besitzer meines ersten eigenen Autos. Auch wenn es nur ein kleiner Benziner ist, hauptsächlich fahre ich den Polo auf der Langstrecke. Mettmann Mosbach, Mosbach Mettmann, Mettmann Hamburg, Hamburg Mettmann… Immer gute 400 km Autobahn am Stück, die ich fast wöchentlich zurücklege. Ohne Mitfahrgelegenheit ist das kaum zu finanzieren, und auch, wenn sich die Kosten für Benzin in Grenzen halten, bin ich immer auf der Suche Spritspar-Möglichkeiten zu finden. Gleichmäßiges Fahren ist ja ein großer Trumpf für einen möglichst geringen Verbrauch, und so lag es nahe, einen Tempomat nachzurüsten.

Die halbe Werkstatt liegt im Fußraum...

Die halbe Werkstatt liegt im Fußraum…

Nun bin ich zwar durchaus technisch interessiert und habe vielleicht auch nur eine linke Hand, aber trotzdem vorsichtig was Eingriffe an elektrischen Geräten angeht. Zumal am Auto, wenn man mit einem falschen Handgriff entweder die Elektronik grillt oder gar seine eigene Sicherheit gefährdet.

Glücklicherweise gibt es ein großartiges, deutschsprachiges Polo-Forum in dem schier unendlich viele Anleitungen zu allerlei Reparaturen und Umbaumaßnahmen zu finden sind, und alle speziell auf den Polo bezogen. Aussagekräftige Fotos in den Anleitungen nehmen vor so ziemlich jedem Eingriff die Scheu und nette und hilfsbereite Menschen findet man dort ebenso. Also, nahezu selbstverständlich gibt es auch eine Anleitung um den Tempomat einzubauen.

Die Ersatzteile für die Geschwindigkeits-Regelanlage waren ebenso schnell gefunden, bei Kufatec gibt es das Bundle aus neuem Lenkstockschalter und fertigem Kabelsatz für 99 Euro – ein vertretbarer Preis für den deutlichen Komfortgewinn. Anforderungen an das Auto gibt es nahezu keine, allerdings kann das Steuergerät des allerkleinsten Polo mit dem 1.2l Motor bei 40 kW den Tempomat nicht unterstützen. Das sollte man also vor dem Kauf überprüfen.

Hmm, irgendwas fehlt hier...

Hmm, irgendwas fehlt hier…

Trotz Anleitung ist jedoch der Einbau nicht unproblematisch. Zum einen muss ein kleines Kabel in einen kleinen Stecker ganz hinten unter dem Armaturenbrett eingesteckt werden (Stichwort: Gummiarme) und zum anderen ist für den Austausch des Lenkstockschalters der Ausbau des Lenkrades nötig. Damit einhergehend muss auch der Airbag vorübergehend entfernt werden und das darf nur von einer entsprechend ausgebildeten Fachkraft ausgeführt werden. Gut wenn man da jemanden kennt, der jemanden kennt… 😉

Hatte ich anfangs noch am meisten Respekt vor dem Ausbau des Airbags, war der Ausbau des Lenkrads aber noch wesentlich diffiziler. Hier muss man extrem aufpassen, denn der darunterliegende Schleifring ist ein äußert sensibles Bauteil, das bei einem Defekt gleichmal ein paar hundert Euro kostet. Insofern war ich schon ganz froh, dass mir da ein Fachmann zur Seite stand.

Die Verlegung der Kabel war dann im Vergleich ein Klacks, abgesehen von dem besagten Stecker an der Spritzwand zum Motorraum. Eng wäre gar kein Ausdruck für den „Platz“ den man hat, um mit seiner Hand dorthin zu kommen. Aber einige Stunden und viele Kratzer auf der Hand später war auch dieses Problem überwunden und das Auto konnte wieder zusammengebaut werden. Nachdem die Batterie wieder angeschlossen war und ich den Motor startete, blieb der Tacho dunkel. Ein gutes Zeichen, denn das bedeutete keine Fehlermeldungen und alles war ok. 🙂

Fertig!

Fertig!

Vor der ersten Testfahrt musste die GRA (wie man bei VW zu sagen pflegt) allerdings noch über die OBD-Schnittstelle freigeschaltet werden. Nichts leichter als das und ging es raus aus der Werkstatt und ab auf die Straße. Und was soll ich euch sagen: es fährt sich einfach total entspannt. Die ersten Autobahn-Kilometer habe ich auch schon (mit Tempomat) hinter mir und es läuft einfach. Zunächst war es noch ein wenig ungewohnt, da im Tacho keine Leuchte für den Tempomat verbaut ist. Allerdings soll die im Polo sowieso immer leuchten, sobald er eingeschaltet ist, also auch ohne aktiv zu sein. Also eigentlich egal. 🙂

Der erste Langstreckentest kommt dann morgen, wenn es wieder zurück nach Mosbach geht. Ich hoffe aber mal, dass ich euch keine weiteren Vorkomnisse darüber berichten muss. 😉