Mercedes-Benz CLA: der kleine Bruder

Mercedes hat ein paar Jahre gebraucht, um zu merken, dass die Konkurrenz aus München und Ingolstadt den Stuttgartern in der Kompaktklasse eher davonfährt als dass die A-Klasse ernsthafte Konkurrenz zu den Lifestyle-Mobilen BMW 1er und Audi A3 darstellte. Sie war (für mich) ein Rentnerauto. Doch die Schwaben haben am Design-Ruder gedreht, mit dem Erfolg, dass mir die aktuellen Modelle gefallen mir wesentlich besser. Aktuelle Krönung ist die neue Mercedes-Benz A-Klasse, bei der konzeptionell eine nahezu 180 Grad-Wendung gemacht wurde. Damit nicht genug, in Stuttgart holt man jetzt aber auch in Riesenschritten auf und stellt in wenigen Wochen direkt das nächste Modell auf Basis der A-Klasse vor: den Mercedes-Benz CLA.

© Daimler AG

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CLA… CLS?

Moment, gibt es da nicht auch einen CLS? Genau, der Mercedes-Benz CLA (intern übrigens als C117 bezeichnet) ist ebenso zwar ein Viertürer mit Stufenheck, nach Auffassung seiner Erschaffer aber natürlich keine Limousine sondern ein… viertüriges Coupé. Das hat beim „großen Bruder“, dem CLS, ja schon ganz erfolgreich geklappt und den Erfolg in der Begründung einer neuen Fahrzeugklasse möchte man mit Sicherheit gerne wiederholen.

Im Gegensatz zum großen Bruder steht aber das Antriebskonzept, denn der Basis A-Klasse folgend wird auch der CLA mit Frontantrieb aufwarten. Davon abweichen kann man nur in den 4MATIC-Varianten, in denen dann eben alle Räder angetrieben werden. Danken darf man wohl der Kosteneinsparung, denn ein Frontantrieb ist natürlich günstiger zu produzieren als der Heckantrieb. Ob das langjährigen treuen Mercedes-Kunden wie Toms Großvater schmeckt, ist die eine Sache, aber mit einem neuen, kompakten und viertürigen Coupé dürften auch ganz neue Zielgruppen angesprochen werden.

Und auch wenn Downsizing in aller Munde ist, bei Autos aus Stuttgart braucht man sich wohl allgemein keine Sorgen um eine Untermotorisierung zu machen. Zwar ist die Grundmotorisierung ein wenig kleiner als der CLS 350 mit 306 PS, wie aber bei Björn Habegger (Mein Auto Blog) zu lesen ist, wird der kleinste Motor der CLA 180 BlueEFFICENCY mit 122 PS sein. Ums entspannte Vorankommen braucht man sich also nicht zu sorgen. Die maximale Ausbeute werden wir dann nur wenig später mit 354 PS im CLA 45 AMG 4MATIC erreichen. Das sollte für’s Brötchen holen und die Kinder zur Schule bringen reichen – und zur Not gibt es ja noch den ein oder anderen Tuner. 🙂

© Daimler AG

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Klingt alles vielversprechend

Ich gebe zu, ich bin wirklich kein großer Fan von Stufenheck-Limousinen. Aber ähnlich wie beim Mercedes-Benz CLS habe ich das Gefühl, dass mir der CLA doch ganz gut gefallen könnte. Coupés sind eben noch mal eine Spur sportlicher und gefälliger, die Alltagstauglich wird durch die vier Türen allerdings behalten. Wenn also der C117 die guten Gene erbt, dann wird er sicher wieder ein verdammt schickes Auto. Und anders als beim CLS ist der CLA in wesentlich erreichbareren Regionen: Wenn er ab dem 13. April 2012 bei den Händlern steht, kann man ihn wohl ab rund 28.000 Euro bestellen.

Einige meiner Autoblogger-Kollegen haben den neuen „Kleinen“ von Mercedes ja schon richtig in ihr Herz geschlossen. Für Jan Gleitsmann von Auto..geil ist der CLA schon jetzt sein „neuer Lieblings-Benz“, der auch durch das Command Online-Entertainment besticht. Und Jens Stratmann von Rad ab scheint vom Design recht angetan zu sein, immerhin hat er den Mercedes CLA schon von der ersten Studie begleitet. Weitere Artikel in der Vorschau auf den CLA gibt es von Fabian Meßner bei Autophorie und von Moritz Nolte im Automobil Blog.