Angefahren: VW Golf 7 – Es lebe die Technik!

Über den neuen VW Golf habe ich ja hier schon das ein oder andere gebloggt. Bisher nur mit Informationen aus zweiter Hand, vor kurzem konnte ich jedoch endlich auch selbst mal hinter das Steuer des Golf 7 rutschen.

Ein Golf ist ein Golf ist ein Golf

Wer schon mal einen Golf V oder Golf VI gefahren ist, wird sich auch im Golf 7 vollkommen zurechtfinden. Natürlich wurde die Optik etwas modernisiert, einige Elemente fielen weg oder kamen hinzu, aber grundsätzlich fühlt man sich im neuen Golf genauso zu Hause wie in jedem anderen VW auch. Zugegeben, an die Formgebung der Rückleuchten muss ich mich erst noch gewöhnen, aber Design ist eben Geschmacksfrage. Und der Mensch gewöhnt sich ja auch an alles.

Der Golf, den ich fahren durfte, war ein vollausgestatteter 1.4l FSI mit dem 7-Gang-DSG. Die 140 Pferdestärken die der Motor leistet, machen durchaus auch schon im Stadtverkehr Spaß, vor allem wenn man mal eben auf einer relativ viel befahrenen Straße einen langsam vor sich hin tuckernden Traktor überholen muss. Im Zusammenspiel mit der adaptiven Fahrwerksregelung lässt sich zudem auch noch der Fahrwerksmodus anpassen. Stellt man ihn auf z.B. Sport, wird das Fahrwerk härter und das DSG schaltet erst bei höheren Drehzahlen.

Ein Hoch auf die Technik

Das absolute Highlight ist aber natürlich die verbaute Technik in Form der vielen „kleinen“ elektronischen Helferlein. Der Spurhalteassistent, den ich vor einiger Zeit in einer abgewandelten Version bereits bei Bosch erleben durfte, ist wirklich faszinierend. Ab einer Geschwindigkeit von 65 km/h erkennt er über die weißen Linien auf der Straße die Spur und hält das Auto durch kleine Gegenbewegungen im Lenkrad mittig. So kann man tatsächlich nahezu freihändig fahren. Allerdings ist das System intelligent genug um zu erkennen, wenn keine Lenkbewegungen mehr vom Fahrer ausgehen und beschwert sich dann. Was passiert, wenn man danach immer noch nicht die Kontrolle des Fahrzeugs zurück übernimmt, wollte ich mangels Auslaufzonen neben der Straße nicht ausprobieren.

Ebenfalls sehr begeistert war ich vom Tempomaten mit Abstandskontrolle, kurz ACC. Einmal auf eine Geschwindigkeit eingestellt, hält er den Abstand zum Vordermann in vier wählbaren Stufen und bremst das Auto sogar bis zum Stillstand, was dank des Automatikgetriebes ja auch kein Problem darstellt. Möchte man nach dem Anhalten wieder losfahren, reicht ein kleiner Kick auf das Gaspedal und der Golf beschleunigt wieder auf die vorher eingestellte Geschwindigkeit – solange der Abstand zum Vordermann das zulässt. Ideal also auch für den schleichenden Berufsverkehr.

Gerade wenn man in Gegenden unterwegs ist, die man nicht kennt, ist höchste Aufmerksamkeit vom Fahrer gefordert. Wer hat nicht schon mal ein Geschwindigkeitsschild übersehen, weil der Verkehr die komplette Aufmerksamkeit gefordert hat? Auch hier hilft der Golf mit, denn die Verkehrszeichenerkennung erkennt alle relevanten Verkehrszeichen über die Kamera und zeigt sie in der Multifunktionsanzeige an. Im Gegensatz zu Navis, die die Geschwindigkeitsbegrenzungen fest eingespeichert haben, kann der Golf 7 also wirklich die aktuelle Situation (z.B. in Baustellen) wiedergeben).

Ein alter Hut hingegen ist eigentlich das halbautomatische Einparken. Für mich war es doch das erste Mal und was soll ich sagen, aus Reflex habe ich natürlich doch in das Lenkrad gegriffen. 😉 Die Steuerung ist übrigens ziemlich selbstkritisch, als ich dachte, ich stehe schon perfekt und nach dem Testparken wieder losfahren wollte, drehte das Lenkrad plötzlich von selbst wieder in die andere Richtung, da der Assistent noch aktiv war. Das verdeutlicht noch mal, dass man nicht die Kontrolle komplett an „die Technik“ abgeben darf – als Fahrer muss man immer noch den „Oberbefehl“ haben.

Tut das alles Not?

Dass so ein vollausgestatteter VW Golf 7 natürlich auch seinen Preis hat, habe ich ja schon mal erwähnt. Etwas über 38.000 Euro darf man für das von mir gefahrene Modell hinblättern. Es geht natürlich auch für knapp die Hälfte und man hat immer noch eine gute Ausstattung. Aber die Probefahrt im neuen Golf hat mir wieder mal bestätigt, dass der Golf ein tolles und solides Auto ist.

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24 Jahre, macht irgendwas mit Onlinemarketing und schon immer Auto-begeistert: Ob Bobbycar, Matchbox, Gokart, Kart oder heute die "richtigen" Autos – die Faszination ist ungebrochen.

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