Bin ich ein guter Autofahrer?

Jens von Rad-ab hat sich ein paar Autofahrer-Gedanken gemacht und fragt sich, ob er ein guter Autofahrer sei. Vorausschauendes Fahren, regelmäßig Pausen machen und bei Müdigkeit lieber eine halbe Stunde schlafen, als sich Kaffee und Red Bull reinzuschießen. Daran macht er fest, dass es bei ihm ja nicht so schlecht stehe. Da hab ich natürlich direkt auch überlegt, wie ich mich denn als Autofahrer einschätze und versucht, Jens Kategorien ein wenig zu erweitern.

Erfahrung: In den knapp viereinhalb Jahren, in denen ich jetzt schon meinen Führerschein habe, habe ich wohl im Vergleich zu den meisten meiner Altersgenossen recht viele Kilometer „abgerissen“. Nicht nur privat, durch die Pendelei zwischen Hamburg, Osnabrück, Mettmann und Mosbach, auch während des FSJ im Rettungsdienst habe ich viele tausend Kilometer auf die Uhr gezaubert. Da lernt man so einige Situationen kennen, die man für sich selbst dann zu verhindern versucht. (Ich maße mir sicher nicht an, über die gleiche Fahrpraxis und Erfahrung wie ein Fünfzigjähriger zu verfügen.)

Rücksichtnahme: Und wenn ich es nicht vorher schon war, bin ich spätestens seit der Zeit im Rettungsdienst zu einem eher rücksichtsvollen und entspannten Fahrer geworden. Man kann auch mit Tempo 120 ans Ziel kommen – auch wenn es weniger Spaß bedeutet. 😉 Das bedeutet natürlich nicht, dass ich mich nicht auch manchmal über Mittelspurblockierer und Schleicher aufrege, dann aber doch eher still für mich. Die (Licht-) Hupe und andere „Autofahrergrüße“ zu benutzen, kommt für mich nur in den aller seltensten Fällen in Frage. Ebenso versuche ich auch kein Verkehrshindernis für andere zu sein, wenn ich mal nicht so schnell unterwegs bin. Dazu zählt unter anderem auch, nicht einfach auf die linke Spur zu ziehen und dadurch andere Fahrer zur Vollbremsung zu zwingen.

Fitness: Wenn ich mich an Jens anderen beiden Kategorien orientiere, muss ich allerdings eingestehen, dass ich in dieser Hinsicht kein allzu vorbildlicher Fahrer bin. Die normalen vier Stunden die ich von Mosbach nach Mettmann oder Hamburg nach Mettmann und umgekehrt brauche, fahre ich meistens ohne großartigen Pausen durch. Allerdings mache ich mir schon Gedanken um die Müdigkeit und versuche, quasi in Vorbereitung auf die langen Fahrten, schon im Vorfeld genug zu schlafen. Und sonst muss eben doch mal ein Energydrink oder ein Espresso den nötigen Schub nachliefern.

Vernunft: „Don’t drink and drive.“ Das alte Mantra braucht man nicht in Frage zu stellen, es macht ohne Frage Sinn und hat für mich hohe Priorität. Wenn ich Auto fahre, lasse ich die Finger vom Alkohol. Und auch sonst gilt: Fühle ich mich nicht in der Lage, zu fahren, bleibe ich weg vom Fahrersitz. Das Risiko ist es einfach nicht wert!

Auch Conny hat über das Thema nachgedacht und hat u.a. noch einen sinnvollen Tipp geliefert: (regelmäßige) Fahrsicherheitstrainings. Das steht bei mir auch schon lange auf dem Plan und spätestens im nächsten Jahr werde ich das mal in Angriff nehmen.

Ansonsten halte ich mich eben für einen eher vorausschauenden und defensiven Fahrer und – zumindest im Vergleich zu vielen Gleichaltrigen – zu einem halbwegs guten Fahrer. Wenn man immer mit den Fehlern der anderen rechnet, kommt man vermutlich am sichersten durch den Verkehr. Und das ist wohl die Hauptsache, oder?

Wie sieht es bei euch aus? Haltet ihr euch für einen eher guten oder eher schlechten Autofahrer? Und woran würdet ihr das Festmachen?

Veröffentlicht von

24 Jahre, macht irgendwas mit Onlinemarketing und schon immer Auto-begeistert: Ob Bobbycar, Matchbox, Gokart, Kart oder heute die "richtigen" Autos – die Faszination ist ungebrochen.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Matthias, ich bin Chef der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin und beschäftige mich von Berufswegen mit Ihren Fragen, übrigens auch mit eigenem Blog. Da meine Tochter schon älter ist, kenne ich Menschen Ihres Alters nur noch als statistische Größe. Und da sieht es düster aus: Die Beteiligung der Gruppe der 18-24 -jährigen an Unfällen mit Verletzten und Getöteten liegt etwa vier mal über ihrem Anteil an der Bevölkerung. Das liegt daran, dass zwei Probleme zusammenkommen: Unerfahrenheit und jugendliche Risikogeneigtheit. Mit 22 ist man zwar schon aus dem Gröbsten raus, trotzdem bin ich ganz begeistert davon, wie Sie das Thema reflektieren. Ich stelle mir deshalb eine ganz andere Frage: Warum denken nicht mehr Menschen Ihrer Altersgruppe so wie Sie, bzw. wie kriegen wir das hin? Ich bin übrigens in der Frage guter oder schlechter Autofahrer ganz beim Rat von Connnys Vater: In dem Moment, wo man sich für gut hält, wird es gefährlich. Man gibt dann die Sicherheitsreserve auf, die auch der erfahrenste Fahrer in einer überraschenden Situation braucht.