Der neue VW Golf 7: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – Teil 2

Der Golf ist kein Volkswagen mehr. Früher war alles besser. Da konnte sich noch jeder den Golf leisten, heute kostet der Golf so viel wie ein Fahrzeug eines Premiumherstellers. Die Konkurrenten aus Japan und Süd-Korea sind eh billiger und besser. Diese Meinungen hört man häufiger, wenn es um den VW Golf geht. Allerdings hat sich in den letzten 38 Jahren einiges am Stand der Technik verändert, die allgemeinen Anforderungen an Komfort und Sicherheit sind gestiegen, dass das seinen Preis hat, dürfte jedem klar sein.

Gestern habe ich euch bereits die Konfiguration des Vernunfts-Golfs präsentiert – ein Golf 7, wie ich ihn mir im günstigsten Fall zusammenstellen würde. Mit knapp über 20.500 Euro sicherlich kein Schnäppchen, aber dafür erhält man schon ein tolles Auto, dass nicht zu unrecht den Namen seiner Klasse prägt. Heute trete ich dann jedoch zum Gegenbeweis an: Was kann ein Golf, den man sich, ausgestattet mit unbegrenztem Budget, zusammenstellt? Hier ist er, …

Der Top-Golf

Da ich davon ausgehe, dass man in einem solchen Auto auch viele Kilometer zurücklegen wird und man nicht gleich jegliche Vernunft über Bord werfen muss, habe ich mir den Top-Golf mit dem Top-Diesel ausgestattet: Der 2,0l TDI mit dem Doppelkupplungsgetriebe leistet 150 PS und startet in der Highline-Variante bei 28.825 Euro. Immer noch kein Sportwagen, aber mit der Leistung kann man auch auf der Autobahn ganz entspannt bei 180 km/h unterwegs sein – sofern es der Verkehr zulässt.

Bei der Außenfarbe bin ich dem Grau treu geblieben, habe mich allerdings für das etwas hellere Limestone Grey Metallic entschieden. Das gefällt mir, zumindest auf den im Konfigurator generierten Bildern doch noch ein Stückchen besser als das Uranograu. Im Innenraum gibt es für mich weiterhin nur Schwarz als vorherrschende Farbe, allerdings garniert mit der Lederausstattung Vienna, die wiederum für beheizbare Sportsitze in der vorderen Reihe sorgt.

Mein „Top-Golf“ – Screenshot aus dem Volkswagen.de-Konfigurator

Damit es trotz der dunklen Innenausstattung nicht ganz so dunkel im Wageninneren ist, gibt es das Panorama-Schiebedach. Und nachts kann man immerhin noch die Sterne funkeln sehen. Abgedunkelte Seiten- und Heckscheiben verstärken meiner Meinung nach noch mal die sportlichere Optik von außen.

Ein Navi im Handy oder an der Windschutzscheibe ist ja schön und gut, aber wesentlich gediegener ist es doch, wenn es schon im Auto integriert ist. Auch das bietet VW für den Golf an: Mit dem Navigationssystem Discover Pro gibt es neben dem Touchscreen-gesteuerten Navi auch noch eine Sprachsteuerung, Mobiltelefon-Schnittstelle, Aux-In-Anschluss, zwei SD-Karten-Einschübe und ein DVD-Laufwerk. Das klingt nach einem Infotainment-System, das sich sehen lassen kann.

Blogger-Kollege Robert Basic von Buzzriders hatte kürzlich die Möglichkeit, mit Mercedes-Benz CLS, Audi A6 und BMW 7er drei Oberklasse-Fahrzeuge hinsichtlich der verbauten Infotainment-Systeme zu vergleichen. Obgleich die drei in einer ganz anderen Klasse als der Golf spielen, findet Robert das Discover Pro des VW mindestens vergleichbar mit den „Großen“. Einen Test des VW-Navis hat er auch gleich im Video festgehalten:

Last but not least: die Assistenzsysteme des Golf 7. VW hat hier ganze Arbeitet geleistet und bietet Systeme an, die man bisher eher ab der oberen Mittelklasse erwartet hätte. Im Konfigurator gibt es die Möglichkeit, alle einzeln auszuwählen oder für die etwas Bequemeren unter uns einfach das Fahrerassistenz-Paket dazuzubuchen. Alle enthaltenen Systeme aufzuzählen würde vermutlich den Rahmen dieses Artikels vollends sprengen, daher greife ich einfach mal die für mich spannendsten heraus:

  • automatische Distanzregelung mit Fahrzeugstopp-Funktion – dürfte sich besonders im Berufsverkehr mit Stop-and-Go bezahlt machen
  • dynamische Leuchtweitenregulierung mit Kurvenfahrlicht – verhindert im Optimalfall das Blenden des Gegenverkehrs
  • Spurhalteassistent – gegen den Sekundenschlaf
  • die City-Notbremsfunktion – bremst das Auto bei Geschwindigkeiten bis zu 30km/h selbstständig, wenn plötzlich Hindernisse auf der Fahrbahn auftauchen
  • Verkehrszeichenerkennung – Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung mit der Begründung „Ich habe die Schilder nicht gesehen.“ dürfte sich damit auch erübrigt haben

Natürlich sind all die netten Features, die schon „mein“ Vernunfts-Golf hatte, auch im Top-Golf mit drin, sofern sie nicht durch bessere Features ersetzt wurden (etwa das Radio durch das Navigationssystem oder der Tempomat durch die automatische Distanzregelung).

Nun, ich habe am Anfang des Artikel geschrieben, dass Geld keine Rolle spielt. Aber irgendwann würde VW nach der Bestellung wohl doch das Geld vom Konto abbuchen. Hätte man sich den Golf so bestellt, wie ich ihn oben beschrieben habe, würden schließlich 37.925 Euro fällig. Eine Stange Geld und damit wirklich kein Auto für den „normalen“ Studenten mehr. Aber wie immer gilt: Im Zweifelsfall kann man sicherlich auf das ein oder andere Feature verzichten. Die Möglichkeit ist jedoch vorhanden und Können ist besser als Nicht-Können. 😉

Vermutlich wird VW im Laufe des Modellzyklus auch wieder die Match- oder Team-Sondermodelle rausbringen, mit deren interessanten Paket-Bündelungen sich einiges an Geld sparen lässt. Außerdem kann der freundliche Händler vor Ort eventuell noch einen gewissen Rabatt anbieten. Für diejenigen, für die das immer noch zu wenig ausgegebenes Geld ist, bringt VW im kommenden Jahr auch den Golf 7 GTI auf den Markt. Und zur Not gehören ja auch noch Bugatti oder Bentley zum VW-Konzern. Man wird sein Geld also bestimmt irgendwie an die Wolfsburger los. 😉

Veröffentlicht von

24 Jahre, macht irgendwas mit Onlinemarketing und schon immer Auto-begeistert: Ob Bobbycar, Matchbox, Gokart, Kart oder heute die "richtigen" Autos – die Faszination ist ungebrochen.