Der neue VW Golf 7: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – Teil 1

In der letzten Woche habe ich euch ja den neuen Volkswagen Golf 7 hier vorgestellt. Ein schickes Auto, stellte ich schon neulich fest. Nur wird VW immer wieder vorgeworfen, der Golf sei schon lange kein Volkswagen mehr. Ein Auto, das sich schnell in Preisregionen von bis zu 40.000 Euro katapultiert, sei eben nichts mehr für den „kleinen Mann“. Ich habe mir einfach mal den Spaß gemacht, den Golf zu konfigurieren: Wie teuer wird ein Golf in der Version, die nur die nötigste Ausstattung an Komfort enthält. Und dann noch der Golf, wie ich ihn mir konfigurieren würde, hätte ich ein unbegrenztes Budget.

Der Vernunfts-Golf

Hat man nur wenig Geld zur Verfügung und möchte trotzdem den neuen Golf fahren, wählt man wohl am besten den Golf in der Einstiegs-Motorisierung. Der 85 PS leistende 1,2l TSI wird mit dem knapp 1,2 Tonnen schweren Auto zwar keine Rekorde aufstellen können, aber um bequem von A nach B zu kommen reicht es allemal. Der Benziner mit dem manuellen 5-Gang-Getriebe soll kombiniert 4,9 Liter auf 100 km verbrauchen, das wäre ebenfalls ein sparsamer Verbrauch, so man ihn denn wirklich im Alltag erreich kann.

Als aufpreisfreie Basisfarbe hat VW diesmal das sogenannte Uranograu ausgewählt. Natürlich muss man noch abwarten, wie die Farbe später am Auto wirklich aussieht, grundsätzlich schaut das im Konfigurator aber schon ganz passabel aus. Im Innenraum setze ich gewohnt auf (titan-)schwarze Stoffsitze; helle Sitzbezüge sind meines Erachtens über die (hoffentlich) vielen Jahre eines Autolebens hinweg kaum alltagstauglich.

Kommen wir zur Sonderausstattung. Ich habe mich bemüht, mich so einfach wie möglich zu fassen. Wenn man jedoch kein wirkliches, festes Budget hat, ist das ein wenig schwierig. Als Ausstattungspaket habe ich die Grundausstattung des Trendline-Pakets gewählt. Für mich muss der Golf auf jeden Fall viertürig sein, der Komfortgewinn steigt extrem, gerade wenn man mehrere Leute mitnimmt. Gleichzeitig finde ich es unerlässlich, Seitenairbags und Gurtstraffer für die hinteren Sitzplätze dazuzubuchen.

Für den Komfort des Fahrers gehören für mich auf jeden Fall ein Tempomat, das Multifunktions-Lenkrad und beheizbare Vordersitze dazu. Letztere gibt es nur über das Winterpaket, das u.a. beheizte Scheibenwaschdüsen beinhaltet. Wenn das Auto im Winter nachts draußen stand und die Scheiben verdreckt sind, ist man für dieses Helferlein sehr dankbar. Auch das Licht-und-Sicht-Paket mit Lichtautomatik, automatisch abblendendem Innenspiegel und Regensensor möchte ich in einem Neuwagen nicht mehr missen.

Die Unterhaltung während der Fahrt übernimmt heute weniger das Radio als solches sondern die mitgebrachte Musik auf dem Smartphone oder USB-Stick. Für den eingebauten iPhone-Adapter werden jedoch nicht nur die 70 Euro für das Adapterkabel an sich fällig, sondern weitere 870 Euro für das notwendige „größere“ Radio-Modell Composition Media. Als wir unseren Golf VI damals bestellt haben, haben wir darauf verzichtet – „braucht man ja eh nicht“ – heute bereuen wir es. Dann gehört selbst für Nichtraucher die Raucherausführung unbedingt dazu. Einerseits um den Wiederverkaufswert nicht unnötig zu senken, andererseits gibt es ja genügend Zubehör, das über den Zigarettenanzünder mit Strom versorgt werden möchte.

Außerdem musste ich durch die verschiedenen Ausstattungs-Optionen noch die Multifunktionsanzeige Plus, die Müdigkeitserkennung sowie die Mittelarmlehne dazuwählen. Aber sind wir ehrlich: Alles Features, die man sowieso ausgewählt hätte, oder?

Schlussendlich liegt „mein“ Golf in dieser Ausstattung nun bei 20.562 Euro. Das sind 3.767 Euro über dem Einstiegspreis von 16.975 Euro – aber bis auf den letztlich etwas knappen Motor erhält man „schon“ ein passabel ausgestattetes Auto. Bestimmt gibt es den ein oder anderen, der auf die ein oder andere Ausstattung verzichten kann. Doch genauso ist natürlich noch extrem viel Luft nach oben, so habe ich jetzt beispielsweise nahezu komplett auf die Auswahl der Fahrer-Assistenzsysteme verzichtet, die den Golf 7 zum Benchmark in der Kompaktklasse machen (sollen).

Deshalb habe ich auch noch meinen Wunsch-Golf mit allen mögliche „Spielereien“ konfiguriert. Diesen werde ich euch dann morgen hier präsentieren.

 

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24 Jahre, macht irgendwas mit Onlinemarketing und schon immer Auto-begeistert: Ob Bobbycar, Matchbox, Gokart, Kart oder heute die "richtigen" Autos – die Faszination ist ungebrochen.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 23.10.2012 › "Auto .. geil"

  2. Der Wagen dürfte mit der gleichen Ausstattung als Comfortline günstiger sein.
    Da sind die meisten Basics die du ausgewählt hast schon drin.