Breit, breiter, noch breiter: die Autos von heute

Der Peugeot 208 hat 0,9, der VW Golf 7 hat 1,3 und der aktuelle BMW 3er 2,9. Leider rede ich bei diesen Zahlen nicht vom durchschnittlichen Benzinverbrauch, sondern von der Anzahl an Zentimetern, um den die Autos jeweils im Vergleich zum Vorgänger in der Breite zugelegt haben. Wird ein Auto-Modell neu aufgelegt, ist es meistens so, dass nicht nur die Modellnummer zunimmt, sondern auch die Außenmaße. Ich frage mich, ob dieser Trend wirklich sein muss?

Es mag seine Berechtigung haben, dass die heutigen Autos im Vergleich zu denen von vor 30 oder gar 40 Jahren gewachsen sind. Airbags, höhere Stabilität bei Unfällen, mehr Geräuschdämpfung, höherer Komfort, mehr Platz… – das alles hat seinen Preis und muss natürlich auch irgendwo verstaut werden.

Dennoch mag man meinen, dass die Autos heute nun groß genug sind, um alles unterzubringen. Trotzdem werden sie ständig größer, letztlich begründet mit dem Wunsch der Fahrer und Käufer nach mehr Platz. Ein heutiger VW Polo ist bereits größer als ein Golf 3 von vor zwanzig Jahren. Doch erstaunlicherweise werden immer wieder neue, kleinere Fahrzeugklassen geschaffen. Im Fall von VW zum Beispiel erst der Lupo, dann der Fox und heute schließlich der up!. Anscheinend wird in den Entscheidungsetagen also doch noch Bedarf für kleinere Autos gesehen.

Dass die Autos immer größer und breiter wurden, habe ich neulich quasi „am eigenen Körper“ erlebt: Denn nicht nur die linke Spur in Baustellen musste verbreitert werden, auch unsere Garageneinfahrt zu Hause musste auf ein wenig Mauer verzichten, damit unser Golf 6 endlich bequem reinpasst. Bisher waren beim Reinfahren links und rechts vom Außenspiegel jeweils nur noch drei bis vier Zentimeter Platz. Mit ein bisschen Übung (oder, für die schwachen Nerven, mit angeklappten Spiegeln) war das zwar eigentlich kein Problem, aber im Grunde hatte man doch immer die Angst im Nacken, irgendwo hängen zu bleiben. Fun-Fact am Rande: Unser BMW 3er E46, eigentlich eine Klasse höher angesiedelt, passt ohne Probleme durch das Garagentor durch.

Natürlich gieren die Autofahrer nach immer mehr Komfort und wer könnte das besser verstehen, als ein Fahrrückter wie ich. 😉 Und ebenso natürlich wollen die Automobil-Hersteller diesen Wunsch erfüllen, der Kunde ist schließlich König. Aber ist dieser Trend überhupt notwendig? Wäre es nicht mal eine wirkliche Innovation, wenn die Autos zwar im Innenraum an Platz gewinnen, aber sich an den Außenmaßen nichts verändert? Irgendwann muss doch das Ende der Fahnenstange erreicht sein, unendlich groß sind die Straßen hierzulande ja auch nicht.

Ob der Verbreiterungs-Trend wohl jemals aufhören wird? Was meint ihr? In diesem Sinne, ein schönes Wochenende!

PS: Über die Ernsthaftigkeit dieses Artikels ließe sich selbstredend vortrefflich streiten. 😉

Veröffentlicht von

24 Jahre, macht irgendwas mit Onlinemarketing und schon immer Auto-begeistert: Ob Bobbycar, Matchbox, Gokart, Kart oder heute die "richtigen" Autos – die Faszination ist ungebrochen.

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