Neuvorstellung im Kleinstbereich: Der Opel Adam

Der nicht mehr ganz neue Trend im europäischen Autobusiness geht zu den Kleinstwagen. Dahin, wo die BMW Isetta oder der Messerschmitt Kabinenroller, ja selbst der VW Golf, mal angefangen hatten, wollen die großen Automobilkonzerne heutzutage wieder. Die Städte wachsen, die Zahl der Autos wächst, das Geld im Portemonnaie nicht unbedingt und trotzdem möchte man praktisch und bequem mobil sein. Heute ist ein Kleinstwagen nicht mehr nur Kleinstwagen, nein, er muss natürlich auch ein Lifestyle-Gefährt darstellen. Nach dem der VW up! nun schon eine Weile auf dem Markt ist, wurde auf der Paris Motor Show jetzt auch endlich offiziell der Opel Adam vorgestellt.

© GM Company

Klein, günstig, individuell

Klein, günstig, individuell – das ist Opels Motto für den Adam. Klein – nur 3,70 Meter lang und 1,72 Meter breit, da bleiben wohl die wenigsten Parklücken zu eng. Günstig – ab 11.500 Euro bekommt man den jüngsten Spross aus Rüsselsheim, zusammen mit einem 1,2 Liter Benziner, der 70 PS auf die Straße bringt. Individuell – durch verschiedenste Farb- und Ausstattungskombinationen soll sich der Opel Adam so stark individualisieren lassen, dass Opel gar verspricht, dass es keine zwei Adams gibt, die exakt gleich ausgestattet sind.

Über Design kann man nicht streiten. Diese alte Weisheit sollte man immer beherzigen, gerade wenn es um Autos geht und man halbwegs objektiv bleiben möchte. Kurz gesagt, ich fand das Außendesign des Opel Adam schon ein wenig gewagt. Es hat nur wenig mit den Formen der übrigen Opel-Flotte zusammen, das mir eigentlich ganz gut gefällt. Doch je länger ich mir den Adam angucke, desto besser gefällt mir das Design. Und dass Front und Heck mich irgendwie an den Mercedes SLS erinnern, ist bestimmt auch kein Nachteil. 😉

Was mich außerdem ziemlich begeistert, ist, dass es für vergleichbar schmales Geld tolle Features in der Sonderausstattung gibt. Zum Beispiel das IntelliLink-Onboad-Infotainment-System: Schicker Name, bringt einem aber auch schon für 300 Euro ein Multimediasystem mit Touchscreen ins Auto, das sich mit dem Smartphone koppeln lässt und dann für Musik- und Video-Unterhaltung und sogar als Navigationssystem durch den Verkehr führt.

Camillo hat sich das IntelliLink-System in Paris mal von einem Fachmann zeigen lassen und war scheinbar ebenso fasziniert von der großen Funktionalität bei kleinem Preis:

Ansonsten kann man seinen Opel Adam auch mit Spielereien wie einem LED-Sternenhimmel oder durchaus praktischen Add-ons wie dem FlexFix-Fahrradträger in der Stoßstange „aufmotzen“. Die Zierclips auf den Felgen sorgen dann noch für nach außen sichtbare Individualität.

Der Kleinstwagen an sich

Beim Thema Kleinstwagen bin ich persönlich etwas zwiegespalten. Einerseits sind sie relativ günstig im Anschaffungswert, lassen sich flink durch die Stadt navigieren und die Wahrscheinlichkeit, dass man noch ein passenden Parkplatz findet, steigt mit dem Zentimeter, den das Auto kleiner ist.

Doch genau dadurch werden die Kleinstwagen für mich persönlich schon wieder uninteressant. Bedingt durch mein duales Studium in zwei weiter entfernten Städten und die dadurch bedingten zwei Wohnungen (rechnet man die Wohnung meiner Eltern hinzu, sind es sogar drei), muss ich etwa alle drei Monate meinen kompletten Hausstand durch die halbe Republik kutschieren. Da kann ich mir vorstellen, dass ich in einem solchen Mini-Auto schon mit meiner großen Reisetasche Probleme bekommen könnte.

Auch muss ich regelmäßig lange Autobahnstrecken zurücklegen. Wenn man sich für den größten Motor mit einem 1,4 Liter-Motor und 100 PS entscheidet, soll sogar eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h mit dem Opel Adam drin sein – ehrlich gesagt bin ich skeptisch, ob man überhaupt viel schneller mit einem Kleinwagen fahren möchte?

Das ist keine Kritik am Opel Adam selbst, sondern viel mehr an der Klasse. Und ohne ihn gefahren zu sein, ist das ja eh nur Spekulation. Wenn ich aber mal in einem drin saß, werde ich hier auf jeden Fall berichten, ob meine Vorurteile Quatsch sind oder sich doch leider bestätigen.

Aber nun zu euch: Wie gefällt euch der neue Opel Adam, so auf den ersten Blick?

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 08.10.2012 › "Auto .. geil"

  2. Bin mir ja nicht so sicher ob sich Opel damit nicht übernommen hat. Lifestyle hin oder her aber das ganze Adam Konzept ist in meinen Augen doch (noch) etwas too much … Aber trotzdem würde es mich natürlich für Opel freuen wenn der Kleine Erfolgreich wird 🙂

    • Inwiefern übernommen? Die Individualisierung z.B. lässt sich doch vermutlich wie bisher auch einfach vorfertigen und am Fließband einbauen. Ob die Felgenclips jetzt grün, rot oder gelb sind macht ja wahrscheinlich keinen Unterschied. 😉

  3. Naja, letztlich geht es doch nur darum irgendwie ein Stück vom Kuchen abzubekommen – die Betonung liegt auf „irgendwie“. Kleinstautos, deren Habitat das Urbane ist, mit 70-100PS zu konzipieren, ist wahrlich kein Konzept für die Zukunft, sondern, scheint mir aus der Not heraus geboren zu sein. Dazu gehört auch das Mantra „freie Fahrt für freie Bürger“, das in den deutschen Autofahrerköpfen so schwer wiegt, wie der Fuß auf dem Gaspedal. Hier muss ein Umdenken erfolgen. Zu „normalen“ Zeiten ist schnelles Fahren auf deutschen Autobahnen schon lang nicht mehr möglich, so dass die Verabschiedung vom Bleifuß mehr als überfällig ist.

    Weiter im Text: Der Adam will eine Nische besetzen, ist also für ganz bestimmte Situationen gedacht. Dazu gehört sicherlich nicht Mobilar oder andere größere Gegenstände zu transportieren. Ein Minivan ist schließlich auch kein Sportwagen ;). Ein Vergleich erübrigt sich daher.

    Grundsätzlich: Beim Adam handelt es sich doch, wie übrigens bei fast allen KFZs (außer vll. beim Automobilen zu Zeiten des Sozialismus ;)), um teure Spaßmobile. Individuelle Gestaltung hin oder her, die Einzigartigkeit, die einem verkauft wird, findet im nächsten Stau sein jähes Ende – denn dort sind alle Individualisten auf einmal ziemlich gleich. Opel sollte lieber mal revolutionär denken, als im Strom der „Großen“ mitschwimmen zu wollen. Ampera war und ist da ein guter Ansatz. Aber bestimmte Abteilungen werden das zu verhindern wissen. Schade.

    • Klar, so richtig interessant werden die ganzen City-Flitzer erst, wenn sie auch mit einem Elektromotor oder zumindest als Hybrid bestellbar sind. Das gilt für den Adam genauso wie für den up! und seine Brüder oder andere Vertreter der Klasse.
      Natürlich ist der Einstiegspreis des Adam nicht der Anfang der Preisliste in diesem Segment. Einen Hyundai i10 bekomme ich vielleicht schon ab 8000 Euro, wenn ich mich richtig anstelle. Aber das ist doch nicht vergleichbar. Denn je mehr ich mich in einem Auto aufhalte (z.B. im Stau), desto mehr schätze ich doch auch, dass es auf mich selbst zugeschnitten ist. Außerdem: Spaß gehört doch beim Autofahren irgendwo auch dazu (für mich zumindest).

      Und dass der Adam nicht als Möbeltransporter konzipiert ist, ist mir natürlich auch klar. Ich wollte damit nur erklären, dass der Adam für mich persönlich vermutlich kein brauchbares Auto sein wird. Gleiches gilt aber für den großen Familien-Van, denn so viel Zeugs hab ich danna auch wieder nicht 😉