Formel 1: Michael Schumacher hört endgültig auf

Jetzt ist es also offiziell: Michael Schumacher beendet seine Karriere zum Ende der Saison – und diesmal sogar wirklich. Nachdem in der letzten Woche bereits das Mercedes GP-Team bekannt gab, dass es den Vertrag mit ihm nicht verlängert und stattdessen in der kommenden Saison auf Lewis Hamilton neben Nico Rosberg setzt, hat der Formel 1-Rekordweltmeister wohl keine Ambitionen, bei einem anderen Team anzuheuern.

Ich kann es ihm auch nicht verdenken. Schon bei Mercedes GP konnte er nicht mehr an die Erfolge von damals anknüpfen. Mehr als eine Handvoll Podiumsplätze waren in den letzten Jahren nicht drin, und das, obwohl er bei Ferrari den ersten Platz geradezu abonniert hatte. Auch wenn man ein Kämpfer ist, kann das schon an die Substanz gehen. Vor allem, wenn man dann noch mitansehen muss, wie das eigene Auto ständig unterm Hintern auseinander bricht, während der Teamkollege durchaus mindestens in Podiumsnähe kommt. 

Michael Schumacher hat viele Erfolge in seiner Karriere gefeiert, die ihm trotz der eher mauen letzten Jahre niemand mehr nehmen kann. Und er hat nicht nur mir als kleinem Jungen viele spannende Sonntage beschert. Neben unzähligen, durchaus auch mal fragwürdigen, Rennszenen, bleiben mir auch die Szenen im Gedächtnis, als er vom Treppchen nach der deutschen noch die italienische Nationalhymne vor den jubelnden Tifosis dirigiert hat. In einem solch positiven (sportlichen) Zusammenhang hat man sonst kaum diese beiden Hymnen in Erinnerung (Stichwort: Fußball).

Als er dann vor drei Jahren nach seinem ersten Karriere-„Ende“ das Comeback bei dem damals neuen schwäbischen Werksteam startete, waren die Unkenrufe groß. „Der Opa will es den jungen Wilden noch mal zeigen.“ „Er muss seiner Geschwindigkeitssucht nachgeben.“ Oder: „Das wird doch eh nichts, er hätte aufhören sollen, als es am schönsten war.“

Aber all diesen Unken zum Trotz, hat er sich doch ganz respektabel geschlagen, meine ich. In einem Auto das augenscheinlich nicht mit der Spitze konkurrieren konnte. Denn er hat gefightet, wie ein Weltmeister. Aber ohne ein Weltklasse-Auto ist das leider nur die halbe Miete.

Und auch, wenn das jetzt irgendwie wie ein Nachruf klingt, ganz auf Michael Schumacher verzichten muss man bestimmt nicht. Irgendeine Rennserie oder ein Moderatoren-/ Kommentatoren-Job lässt sich für ihn doch sicherlich finden – fahrrückt genug ist er ja. 😉