Das zweite Mal: Der Opel Astra Sports Tourer

Wie schon im letzten Artikel angekündigt, hatte ich am vergangenen Sonntag erneut das Vergnügen, mir einen Mietwagen leihen zu dürfen. Wieder bei Sixt und wieder ein Auto in der Golf Kombi-Klasse. Wer den Titel dieses Artikels ungewöhnlicherweise bereits gelesen hat, hat schon festgestellt, dass ich diesmal nicht so viel Glück hatte wie beim letzten Mal und keinen Mercedes bekommen habe sondern „nur“ einen Opel Astra Sports Tourer.

Nun muss ich dazu sagen, es war nicht das erste Mal, dass ich die Kombi-Variante des Astra gefahren bin. Schon beim letzten Umzug von Hamburg nach Mosbach im Frühjahr hatte ich einen Astra Sports Tourer bekommen. Damals war ich nicht sonderlich begeistert, wobei ich nicht mal mehr weiß, woran es lag.

So stieg ich also im Parkhaus des Düsseldorfer Hauptbahnhofs – nach dem obligatorischen Check nach eventuellen Kratzern am Auto – mit etwas gemischten Gefühlen in den dunkelgrauen Astra ein. Wieder nur ein Benziner, nicht gerade das, was das Studenten-Portemonnaie höher schlagen lässt. Aber ändern konnte ich dann auch nichts mehr.

Doch schon beim ersten Losrollen sprang mir ein kleines Lächeln ins Gesicht: Durch den ungewohnten Schleifpunkt der Kupplung ließ ich den Motor, mehr aus Versehen als mit Absicht, ein wenig höher drehen und der Klang war sehr nett. Sicherlich nicht vergleichbar mit dem Brabbeln eines V8, aber für einen Vierzylinder auch nicht zu verachten und wurde durch den Hall im Parkhaus noch mal verstärkt.

Dann ging es also los. Diesmal ohne Fahrrad und demnach etwas weniger Gepäck, vor allem weniger sperrigem, passte alles super und ohne Probleme in das Auto. Meine beiden Faltkisten, ein Wäschekorb, eine Kühltasche und zwei halbe Getränkekisten in den Kofferraum; vier 1,5l-Sixpack Sprudel sowie meine große Reisetasche in den Fond. Alles passte rein. Und es war durchaus noch Platz übrig: Selbst die Kofferraumabdeckung ließ sich zuziehen. Und auch eine zweite Person hätte noch mitfahren können.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, habe ich diesmal gar nicht nachgesehen, welchen Motor ich mir geangelt habe. Wie gesagt, der Umzugsstress, da kann man sich leider nicht nur auf das Auto konzentrieren. Das Typenschild verriet mir jedoch, dass es ein Turbo war und nach einer kurzen Wikipedia-Recherche würde ich nach meinem Gefühl sagen, dass es der 1.4 Turbo war. Nach genau diesem Gefühl hätte ich zwar auch nicht gesagt, dass das Auto von 140 PS angetrieben würde (im Vergleich zu dem neun Jahre alten BMW 318i meiner Eltern), aber eine andere Möglichkeit gibt es wohl nicht.

In der Stadt war die Beschleunigung dann auch sehr ordentlich. Mir nichts, dir nichts ist man über die 60 km/h-Markierung des Tachos hinausgeschossen, da musste ich schon aufpassen. Und er ist wendig: Hier in den engen Straßen von Mosbach, machte es durchaus Spaß, die Kurven etwas enger und flotter zu nehmen, weil das Auto so schön direkt reagiert.

Gleichzeitig fand ich diese Wendigkeit auf der Autobahn auch etwas störend. Zumindest bilde ich mir ein, dass es deutlich schwieriger war, den Astra auf einer geraden Linie in der Spur zu halten, als es mir bisher bei anderen Autos aufgefallen ist. Entweder bin ich etwas nach rechts gedriftet oder dann wieder nach links. Dafür, dass dies wirklich nur am Astra lag, würde ich mich jetzt zwar nicht verbürgen. Jedenfalls kann ich mich aber nicht an einen vorherigen Alkoholkonsum meinerseits erinnern… 😉

Der Innenraum fühlt sich ansonsten gut an. An den elliptischen Innenspiegel musste ich mich erst einige Kilometer gewöhnen, die Mittelkonsole hatte für mein Empfinden beinahe schon ein paar Knöpfe zu viel. Auch, dass die Steuerung des Bordcomputers am Blinkerhebel zu finden ist, während der Tempomat im Multifunktionslenkrad sitzt, ist eine Gewöhnungssache. Überhaupt der Tempomat: So richtig intuitiv kommt mir das Bedienkonzept nicht vor. Erst muss man über eine Wippe, die dann dauerhaft schräg- und übersteht, die Tempomat-Funktion aktivieren. Dann bei der gewünschten Geschwindigkeit aktivieren (die übrigens nicht noch mal extra angezeigt wird) und die „Fein“justierung ist nur in Zweier-Schritten per Drehwippe möglich. Bei der Bedienung habe ich mich einige Male vertan und meiner Meinung nach könnte Opel da ruhig noch etwas nachbessern.

Trotz AUX-Taste im Radio konnte ich keinen AUX-Anschluss finden, geschweige denn einen USB-Anschluss. Das liegt natürlich weniger an Opel als an der Ausstattungswahl von Sixt… oder meiner Blindheit.

Am nächsten Morgen, als ich den Opel Astra zur Sixt-Station zurückbrachte, waren es nur schattige 10° C. Gut für mich, konnte ich so doch noch schnell die Lenkradheizung ausprobieren. Es mag daran gelegen haben, dass die Temperaturen nicht wirklich frostig waren, aber schon an der nächsten Straßenecke hatte ich ein warmes Lenkrad in den Händen. Und genauso wie an die Sitzheizung könnte ich mich direkt daran gewöhnen.

Schließlich stand noch das Tanken an. Nach den knapp 375 km, die ich insgesamt zurückgelegt habe, fehlten gute 25 Liter im Tank. Macht einen Verbrauch von knapp 6,6 Litern auf 100 km (der Bordcomputer zeigte mir übrigens eine glatte 6,0 an). Damit kann man in Anbetracht der Beladung und des Streckenverlaufs über die Hügel der A3 ganz gut leben. Und die Benzinpreise hier in Mosbach sind ja sowieso günstiger als in Mettmann oder Hamburg, also halb so schlimm.

Ein Fazit? Beim zweiten Mal hat mich der Opel Astra Sports Tourer schon wesentlich mehr überzeugt als beim ersten Mal. Dennoch macht mich gerade die unruhige Lage auf der Autobahn etwas skeptisch. Das habe ich vom Ford Focus Turnier und dem Peugeot 308 SW besser in Erinnerung. Das Platzangebot im Opel ist definitiv ausreichend, es passt einiges rein. Und vom Design macht er zudem einiges her. Doch die Usability der Bordinstrumente und -Funktionen liegt mir nicht ganz so. Also immer noch nicht das perfekte Auto für mich – aber besser als nichts! 😉

Kommentare sind geschlossen.