Kacheln und Kapelle: Mit Mercedes und Audi zum DTM-Saisonstart

Was bringt einen Mann dazu, freiwillig Sonntag morgens um 5 Uhr aufzustehen? Richtig – schnelle Autos, die im Kreis fahren. Normalerweise fangen ja um diese Zeit nur die Übersee-Rennen der Formel 1 an, aber gestern ging es um die DTM. Der Saisonstart in Hockenheim stand an und Jan von Auto..geil und Jens von rad-ab.com hatten vier andere Blogger und mich eingeladen, das Rennen mitzuerleben. Dafür steht man natürlich gerne auch mal etwas früher auf. 😉

Aber hey, die beiden wären keine Autoblogger, wenn sie einfach nur so zum Ring fahren würden. Als „kleines“ Schmankerl oben drauf fuhren wir nämlich mit einem Mercedes-Benz C63 AMG Coupé ins Badische und durften das rote Geschoss auf Herz und Nieren testen. Allerdings nicht ohne die kleine Ermahnung, nicht zu viel „Kapelle zu machen“ und die Autobahn nur entlang zu „kacheln“, wenn es die Verkehrssituation erlaubt. Was sich natürlich von selbst versteht und Sonntag morgens ist die Autobahn zum Glück noch seeeehr leer… 😉

Beim Schreiben dieser Zeilen stellt sich schon wieder dieses Zucken in meinen Mundwinkeln ein – ich weiß gar nicht, ob die während der Fahrt laufende GoPro-Kamera genügend Weitwinkel hatte, um mein breites Grinsen in Gänze einfangen zu können.

Das schnellste Auto, das ich bis gestern gefahren bin, war ein Audi A5 mit 180 PS – und den fand ich schon ganz ordentlich schnell. Und jetzt ein Auto mit einer Leistung, die mehr als zweieinhalb Mal so hoch ist. Der Wahnsinn.

Was soll ich also sagen? 6,3 Liter V8-Motor, 457 PS, 4,4 von 0 auf 100 km/h, 280 km/h Spitzengeschwindigkeit. Der Wahnsinn.

Und dieses Blubbern des V8. Beim Starten des Motors. Beim Streicheln des Gaspedals. Beim Runterschalten der Automatik an der Autobahnausfahrt. Der Wahnsinn.

Das Auto hat einfach nur Spaß gemacht. Guckt man das Gaspedal nur ein bisschen Schief an, bekommt man schon einen Schlag in den Rücken und das Auto katapultiert sich nach vorne. Der Wahnsinn.

Achso, und dann war da noch das Rennen am Hockenheimring. Wir hatten gute Plätze auf der Südtribüne mit Blick auf das Motodrom und die Start-Ziel-Gerade. Als kleinen Bonus drehte sogar Michael Schumacher in seinem aktuellen Formel 1-Auto ein paar Kreise auf den Asphalt und gab anschließend sogar ein Interview direkt vor unseren Plätzen.

Auch das Rennen war nett, aber letztlich ist es genauso wie beim Fußball: Im Fernsehen hat man mehr davon, trotz Großbildleinwand. Und dass die Stimmen der Kommentatoren aus den Lautsprechern noch lauter waren als die Motoren der DTM-Boliden, war auch ein bisschen nervig, vor allem da die beiden scheinbar nie Luft holen mussten.

Ich persönlich fand es ja ein bisschen schade, dass nur vier der sechs BMW M3 DTM ins Ziel kamen, aber ein sechster Platz von Andy Priaulx im ersten Rennen nach 20 Jahren ist natürlich auch nicht von schlechten Eltern. Ebenso der Doppelsieg der beiden Mercedes-Fahrer Gary Paffett und Jamie Green, der eigentlich zu keinem Zeitpunkt des Rennens gefährdet war. Mattias Ekström auf Platz 3 hatte kaum eine Chance, sich dagegen zu wehren.

Alles in allem war es schon ein tolles Erlebnis an der Rennstrecke zu sein und das DTM-Rennen mitzuverfolgen. Die „neue“ DTM ist breiter, schneller, lauter – auch wenn der im Vorprogramm fahrende BMW M1 Procar noch deutlich lauter war.

Letztlich hatte ich aber doch das Gefühl, dass wir alle recht bald wieder aus Hockenheim los wollten um den Mercedes wieder gen Norden treiben zu können. Leider etwas schwierig, wenn man schon eine dreiviertel Stunde braucht, um nur vom Parkplatz runterzukommen. Aber danach lief es echt gut und dank einiger Geschwindigkeitslimits in Baustellen verbraucht das C63 AMG Coupé auch gar nicht so viel wie ein DTM-Auto...

An dieser Stelle also vielen Dank noch mal an Audi für die Tickets und Mercedes-Benz für das Auto. Und vor allem vielen Dank an Jan und Jens für die Organisation dieses schönen Erlebnisses. Und natürlich auch an Milos, Thorsten, Kim und Camillo, die ebenso dazu beitrugen, dass wir einen tollen Tag hatten.